Bereits vor etwa 200 Jahren brannte der...

Glengoyne

Bereits vor etwa 200 Jahren brannte der spätere offizielle Gründer von Glengoyne, George Cornell, am Standort der heutigen Glengoyne Brennerei seinen Whisky, versteckt durch einen kleinen Wasserfall und eine kleine Schlucht vor den Steuereintreibern, so wie es in den ganzen schottischen Highlands Tradition war. Erst im Jahre 1833 wurde die Brennerei unter dem Namen Glenguin of Burnfoot offiziell gegründet, wobei nicht überliefert ist, ob der Namenszusatz etwas mit einem Unfall bei einem Brennvorgang zu tun hat. Bereits damals entschied sich George Cornell gegen die Verwendung vom Torf zum Darren der Gerste und so stellt die Brennerei bis heute ungetorften Single Malt her.

Seit den 1870er Jahren, als aufgrund eines Sherry-Booms im Vereinigten Königreich die Fässer für eine Sherry-Reifung des Whiskys leicht erhältlich waren, wird der Feinbrand der Brennerei konsequent in diesem Fasstyp gereift. Durch den Rückgang des Angebots an ehemaligen Sherry-Fässern bei einer gleichzeitigen Ausweitung der Nachfrage stellte die Brennerei in den letzten Jahren auf eine Auftragsfertigung von Sherry-aromatisierten Fässern um, um den ursprünglichen Charakter des Glengoyne Whiskys zu erhalten. Die Sherry-Reifung ist heute die teuerste Form der Whisky-Reifung.

Die Glengoyne Brennerei kontrolliert heute den ganzen, insgesamt sechs Jahre dauernden Prozess zur Herstellung ihrer zur Reifung benötigten Fässer akribisch. Eine Böttcherei im spanischen Jerez de la Frontera, woher z. B. auch Macallan seine Fässer bezieht, stellt aus spanischem oder amerikanischem Eichenholz die Fässer her und trocknet sie anschließend für drei Jahre in der Sonne, bevor in ihnen für weitere drei Jahre der Sherry gelagert wird. In diesen drei Jahren dringt der Sherry in die Poren des Holzes ein und beeinflusst anschließend die Reifung des Glengoyne Single Malts in gewünschter Weise.

Als eine der wenigen schottischen Brennereien befindet sich Glengoyne heute wieder in unabhängigem Familienbesitz, da im Jahre 2003 die Ian MacLeod Distillers Limited den Traditionshersteller von der Edrington Group kaufen konnte. Der Name Glengoyne kommt aus dem gälischen und lässt sich mit „Tal der Pfeile“ übersetzen, bedeutet laut dem Produzenten selbst allerdings „Tal der Wildgänse“. Diese Wildgänse sind auch auf dem Etikett eines jeden Glengoyne-Whiskys zu sehen und immerhin findet der Zug der Wildgänse ja auch in Pfeilformation statt. Die Umbenennung der Brennerei in „Glen Guin“ und der Verlust des Burnfoot-Zusatzes ereigneten sich übrigens schon 1876, während die endgültige Umbenennung in Glengoyne erst 1907 erfolgte.

Die Glengoyne Destillerie liegt direkt an der Grenze, die die schottischen Lowlands von den schottischen Highlands trennt. Genau auf dieser Grenze verläuft eine Durchgangsstraße, und da Glengoyne in den schottischen Highlands links und rechts neben der Brennerei keine Grundstücke für eine nötige Erweiterung erwerben konnte, erfolgte die Expansion in die Lowlands. Dies hat die kuriose Situation zur Folge, dass der Whisky zwar immer noch in den Highlands hergestellt wird, dann aber direkt gegenüber in den Lowlands seine Reifezeit absolviert. Der Spruch „Unhurried since 1833“ auf dem Etikett der Glengoyne-Whiskys bezieht sich in erster Linie allerdings nicht auf die Reifezeit, sondern auf den nach Angaben der Brennerei „langsamsten Brennvorgang Schottlands“, in dem der feine Glengoyne Tropfen für Tropfen destilliert wird.

Herkunft des Glengoyne Whiskys: Schottland, Highlands