Historie und Herkunft des Grappas 

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Grappa

Den ersten Schluck Grappa nehmen viele Menschen nach dem Essen in einem italienischen Restaurant zu sich, ohne ihn bestellt zu haben. Als Digestif bieten viele Wirte in gehobenen Restaurants ihn kostenlos an. Die Spirituose wird in Italien traditionell als Gaumenreiniger und Verdauungsschnaps am Ende einer Mahlzeit genossen. Zuerst findet man den Grappa ziemlich stark und erinnert an ein starkes Brennen. Die meisten Menschen lernen, den Grappa zu lieben, je öfter sie ihn trinken und je mehr Grappa-Sorten sie verkosten.

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Historie und Herkunft des Grappas

Wenn Trauben zu Wein gepresst werden, bleibt der sogenannte Trester in der Presse zurück. Das sind große Mengen an Traubenkernen und Schalen, die normalerweise kompostiert werden. Die Italiener hielten es für verschwenderisch, den Trester nicht zu nutzen, da darin viel Zucker und Geschmack enthalten ist. So entstand der Tresterbrand, also die Verarbeitung des Tresters zu Brandschnaps. Weil Grappa aus bei der Weinherstellung anfallender Biomasse hergestellt wird, ist er vielleicht eine der sparsamsten italienischen Traditionen. Grappa wird ohne Zusatz von Alkohol oder Zucker vergoren und destilliert. Wie beim Wein hängt der Geschmack des Grappas von seinem Alter, dem Destillationsverfahren sowie von der Art und Qualität der verwendeten Trauben ab. Aufschluss darüber bringen die Bezeichnungen auf den Flaschen.

Verschiedene Klassifizierungen von Grappa

Neben der geografischen Herkunft gibt es die Spirituose auch in verschiedenen Varianten und Altersstufen. Es gibt viele Kategorien von Grappa, die alle nach vier grundlegenden Kriterien eingeteilt werden:

Traubensorten

Grappa, der aus einer einzigen Rebsorte hergestellt wird, wie Moscato, Chardonnay, Cabernet, Prosecco oder Pinot wird als „monovitigno“, also „sortenrein“ bezeichnet. Diese Grappas weisen starke Merkmale auf, die mit dem Aroma der Trauben zusammenhängen, aus denen sie gewonnen werden.

Grappa, der aus mehreren Traubensorten hergestellt wird, heißt „poli-varietal“. Die Bezeichnung auf dem Etikett lautet aber einfach Grappa ohne Angabe, aus welchen Trauben er hergestellt wurde.

Grappa, der aus aromatischen Trauben wie Moscato, Gewürztraminer, Malvasia oder halbaromatischen Trauben wie Chardonnay oder Sauvignon hergestellt wird, wird als „flavored” bezeichnet.

Alter

Die Bezeichnungen „giovane (jung)“ oder „bianca (weiß)“ bedeuten, dass der Grappa sofort nach der Herstellung in Flaschen abgefüllt wurde. Er wurde nicht in Holzfässern gelagert oder aufbewahrt. Diese Art von Grappa ist farblos und durchsichtig, hat ein zartes und typisches Aroma sowie einen trockenen und reinen Geschmack. Alle anderen Grappa-Sorten werden in Fässern für mehrere Monate oder Jahre gelagert, wobei viele von ihnen eine leicht braune Färbung annehmen. Die Bezeichnung auf dem Etikett setzt sich dann aus der Art, der Lagerung und dem Alter zusammen.

Art der Herstellung und Lagerung

Gärung und Destillation von Grappa müssen im Trester ohne Zusatz von Wasser erfolgen. Hier geben die Holzarten, aus denen die Fässer hergestellt wurden und die Lagerzeit den Ausschlag. Beides wirkt sich auf die Entfaltung des Aromas und den Preis des Tresterschnaps aus und verleihen ihm den charakteristischen Geschmack. Neben den traditionellen Eichenfässern gibt es auch Fässer aus dem Holz von Obstbäumen, wie Kirschbaumholz. Grappa, der in Fässern aus französischem Eichenholz gereift ist, wird in letzter Zeit immer beliebter und trägt die Bezeichnung „barrique“. Die teureren Grappa-Sorten werden in Akazien-, Eschen- und Kirschholz gelagert. Grappa ist ein sehr lebendiges Produkt, dessen Geschmack und Aroma sich durch die Reifung im Fass und in der Flasche ständig weiterentwickelt.

„Affinata“ wird nach einer Reifung in Holzfässern von nicht mehr als einem Jahr abgefüllt.

Nach einer Reifezeit in Holzfässern von 12 bis 18 Monaten erhält der Grappa die Bezeichnung „invecchiata (alt)“. Als sehr alt oder „stravecchia“ und „reserva“ gilt Grappa nach einer Reifezeit von mehr als 18 Monaten in Holzfässern.

Aromatisierung

Am Ende der Destillation werden diesem Grappa eine oder mehrere aromatische pflanzliche Essenzen wie Früchte oder Heil- und Gewürzkräuter hinzugefügt. Manchmal sind die Kräuter wie Wacholder, Kümmel oder Waldmeister auch mit in der Flasche.

 

Wer die Intensität der Spirituose nicht so sehr schätzt, sollte einen älteren Grappa probieren, da er milder und tiefer im Geschmack ist. Wer es etwas süßer mag, kann auf aromatisierten Grappa zurückgreifen. Die neuesten Sorten reichen von Grappa Giovane über Grappa Aromatica, der aus halbaromatischen oder aromatischen Trauben wie Moscato hergestellt wird. Jede Kategorie kann mit anderen kombiniert werden, um eine neue und spezifische Klassifizierung von Grappa zu schaffen, wie Monovitigno Riserva oder Grappa Aromatica Monovitigno Stravecchia.

Die Vielfalt von Grappa aus Italien

Grappa wird von vielen vorschnell als zu intensiv eingeschätzt, ohne die Vielfalt der Grappa-Sorten zu würdigen, die es zu probieren gibt. Jede Sorte hat ihren eigenen Geschmack und der Grappa von heute ist ein trendiger und raffinierter Digestif, der nicht nur nach einem italienischen Essen schmeckt.

Grappa wird fast ausschließlich in den norditalienischen Alpen destilliert, wobei Venetien, Piemont, die Lombardei, das Trentino und das Aostatal die offiziell anerkannten Zentren für seine Herstellung sind. Ursprünglich wurde Grappa zwar zur Vermeidung unnötiger Abfälle bei der Weinherstellung hergestellt, aber bald danach machte der gesundheitliche Nutzen von Grappa ihn überall beliebt. Seit über 1.000 Jahren ist Norditalien bekannt für Grappa, der dort schon während der Pest als Allheilmittel eingesetzt wurde. Dieser trockene, intensive und komplexe Schnaps hat seit seiner Entstehung einen Siegeszug gemacht und ist heute von der Europäischen Union gesetzlich geschützt. Mit dem Grappa verwandte Spirituosen sind Aquavit und Brandy.

Große Auswahl an Grappa im Online-Shop

Wenn man Grappa online kauft, kann man die besten Produkte der italienischen Traditionsbrennereien und auch von neuen Firmen probieren. Einige Brennereien bevorzugen eine vielfältige Mischung von Trauben, während andere nur eine einzige Sorte verwenden. Viele dieser Sorten sind im normalen Handel nicht erhältlich. Die Bestellung ist einfach und der Preis durch den Einkauf in größeren Mengen günstig.

Die bekanntesten Grappa-Marken

In unserem Shop bieten wir eine riesige Auswahl an Grappa zum online Kaufen an. Darunter befinden sich bekannte und unbekannte Brennereien, die um den Titel „Bester Grappa“ konkurrieren. Die berühmten italienischen Destillerien sind größtenteils Familienbetriebe, in denen die Tradition seit Generationen weitergegeben wird. Hier stellen wir die bekanntesten Marken kurz vor. Die Erzeugnisse dieser Betriebe sind zu günstigen Preisen hier im Online-Shop erhältlich.

Die Kunst des Destillierens hat die Familie Nonino seit 1897 in Venetien perfektioniert. Durch die besondere Kombination von Tradition und Innovation, gepaart mit Professionalität, entsteht die hohe Qualität. Man schmeckt die Liebe zum Grappa und zur Arbeit in jedem Schluck.

Dieses 1949 gegründete Familienunternehmen aus dem Trentino in Italien bietet eine besonders breit gefächerte Produktpalette von Grappa Sorten, die online gekauft werden können. Von Chardonnay über Prosecco bis zu Gewürztraminer findet jeder Grappa-Liebhaber bei Marzadro das perfekte Produkt.

Als Traditionsunternehmen im Umland von Alba in der italienischen Region Piemont stellt Sibona heute diverse Liköre und Spirituosen her. Angefangen hat aber alles vor über 100 Jahren mit dem Tresterbrand Grappa, der auch heute das Aushängeschild des Unternehmens ist.

Seit 1919 brennt dieses traditionelle Familienunternehmen Grappa, der überall auf der Welt bekannt geworden ist. Marcati steht heute für ausgewählte Spirituosen von hoher Qualität und Prestige, die nach traditioneller Methode aus Trester gebrannt werden.

In der Privatbrennerei Unterthurner aus der Nähe von Meran in Südtirol werden seit 1947 sehr charakteristische Grappa-Sorten hergestellt.

Wie wird Grappa getrunken?

Junger und aromatischer Grappa sollte gekühlt bei 9–13 °C serviert werden, während gereifter Grappa bei 15–17 °C, also etwas unter Raumtemperatur, serviert werden sollte. Es ist immer besser, den Tresterbrand zu kalt als zu warm zu servieren, da er dann weniger im Mund brennt. In Italien wird zuerst ein Espresso getrunken und dann der Grappa, der in einem Stielglas mit schmalem Hals und rundem Boden serviert wird. Traditionell wird Grappa aus dem speziellen tulpenförmigen Glas pur getrunken, aber dieser Tresterbrand eignet sich auch hervorragend als Basis von Mixgetränken. Wir stellen zwei Cocktails auf Grappa-Basis vor.

  • Grappacino: Der Digestif ist praktisch ein Synonym für Kaffee, denn beide werden oft zusammen am Ende einer Mahlzeit getrunken. Dieser Cocktail aus Grappa Bianca, Amaretto und Espresso vereint daher das Beste aus beiden Geschmacksrichtungen.

Bassano Mule: Diese erfrischende Variante des klassischen Cocktails Moscow Mule ist eine einfache Mischung aus Grappa Bianca, Ingwerlimonade, Zitronensaft und frischer Minze.