Das Reimser Champagnerhaus Taittinger ist bis...

Taittinger

Das Reimser Champagnerhaus Taittinger ist bis heute eines der wenigen, das noch immer in Familienbesitz ist. Die Wurzeln dieses Champagnerherstellers gehen zurück auf die Kellerei Forest & Fourneaux, die bereits im Jahre 1734 gegründet worden war. Den neuen Namen Taittinger trägt das Unternehmen erst seit dem Jahr 1931, als es durch den Kavallerie-Offizier Pierre-Charles Taittinger erworben wurde, der 16 Jahre zuvor in der Champagne im Château de la Marquetterie, einem Schloss bei Epernay, stationiert war. In dieser Zeit verliebte sich der Offizier offensichtlich in diese Gegend, was schließlich zum Kauf des Schlosses, der Kellerei und eines Hauses in Reims führte.

Im Jahre 2005 musste das Champagnerhaus aufgrund von Erbstreitigkeiten kurzfristig an einen Investor verkauft werden, allerdings kaufte der Neffe des letzten Besitzers Claude Taittinger das Unternehmen mit Hilfe der Bank Credit Agricole für einen Kaufpreis von 660 Millionen Euro wieder zurück, so dass sich das Champagnerhaus Taittinger bereits seit 2006 im Besitz und unter der Leitung von Pierre-Emmanuell Taittinger befand. Als Grund für den Kauf nannte der neue Eigentümer die starke emotionale Bindung an das Unternehmen, zu dem heute 288 Hektar an Weinbergen gehören, die sich auf insgesamt 34 Grand Crus-Lagen verteilen, womit das Champagnerhaus Taittinger heute zu den größten in der ganzen Champagne gehört.

Im Jahre 2007 schloss sich mit Vitalie Taittinger auch die Tochter des Besitzers dem Unternehmen an, da sie von der Notwendigkeit überzeugt war, den Familiengeist im Unternehmen zu erhalten, und arbeitete dort für 13 Jahre in verschiedenen Funktionen als Beraterin, intern in der Marketing-Abteilung, in der Marketing-Entwicklung, als künstlerische Leiterin, Werbeträgerin und Markenbotschafterin, bevor sie Anfang 2020 ihren Vater ablöste und Vorsitzende des Champagnerhauses Taittinger wurde, womit die Zukunft als Familienunternehmen gesichert scheint. Neben der Champagnerproduktion gehören zum Unternehmen auch mehrere Hotels wie zum Beispiel das Hotel de Crillon in Paris.

Die Kellerei des Hauses befindet sich in Reims auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters Saint Nicaise, das hier in den Jahren von 1231 bis 1263 errichtet wurde und dessen wunderbare gotische Architektur in einem Stich von 1625 von Nicolas de Son für die Nachwelt erhalten wurde. Lange Zeit galt die prächtige Klosterkirche als eine der schönsten Kirchen Frankreichs und als Meisterwerk der gotischen Literatur bis sie im Jahre 1799 abgebrochen wurde. Als absolute Besonderheit lassen sich in der Kellerei heute noch die Reste des Fundaments der ehemaligen Benediktiner-Abtei finden, die früher einmal an dieser Stelle stand. 

Als Grundlage für die Weine der Maison Taittinger aus den 288 Hektar umfassenden eigenen Weinbergen dienen hauptsächlich die Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und die Chardonnay-Traube, wobei ein hoher Anteil an Chardonnay für sämtliche Cuvees des Champagnerhauses Taittinger kennzeichnend ist. Bestimmt werden die Qualitäten der einzelnen Champagner von Taittinger durch die Verantwortung, den eigenen Namen auf jeder der Flaschen repräsentiert zu sehen, was zu den höchsten Ansprüchen an den eigenen Schaumwein führt. Das Ziel bleibt für jeden Champager des Hauses das Gleiche: Die Krönung des savoir faire zu sein. Savoir faire lässt sich mit „handwerklichem Können“ oder „gewusst wie“ ins Deutsche übersetzen und kennzeichnet das Streben des Champagnerhauses, das Wissen um die Herstellung von ausgezeichnetem Schaumwein zu bewahren und zu erweitern.

Herkunft der Champagner von Taittinger: Frankreich, Champagne, Reims